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Presse: derWesten.de / NRZ02.01.2013
Fußball von Bastian Hohmann
MSV Moers Caritas Kickers: Verheißungsvolle Perspektiven

Fußballer verdienen gutes Geld. Vorausgesetzt, sie sind Profis. Und selbst bei den Amateuren bewegt sich kaum jemand ohne Handgeld, Auflauf- oder Torprämie. Die Motivation liegt häufig in der Geldbörse. Anders bei den Ehrenamtlichen, die für „ihren“ Verein alles tun, die sich um die Jugendarbeit kümmern, die das Vereinsleben hoch halten und schlichtweg dafür sorgen, dass solch ein Klub funktioniert – und möglichst Erfolg hat. Dann gibt es Menschen, denen es in erster Linie ums soziale Engagement geht, um gegenseitiger Freude und Spaß.

Diese – leider eher seltene – Spezies findet sich gleich mehrfach beim MSV Moers. Dort haben die Caritas-Kickers 2012 eine Vereinsheimat gefunden, leben „Inklusion“. Mit Leib und Seele.

Vierter Platz
Mannschaftskapitän Dennis Wiedemann hält die Medaille fest und winkt seiner Freundin auf der Tribüne. Er ist zurecht stolz auf den vierten Platz seiner MSV Moers Caritas Kickers beim letzten Turnier des Jahres 2012. Ein Sponsor hatte das Hallenturnier in Rheinhausen organisiert und als Geschäftspartner der Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein (CWWN) auch das Team um Wiedemann eingeladen. Die Besonderheit: die Caritas Kickers sind fußballbegeisterte Menschen mit einer geistigen Behinderung. Mit ihrem Handicap haben sie in Rheinhausen zum ersten Mal außerhalb der Caritas gegen nicht-behinderte Fußballer gespielt – und prompt einige Teams hinter sich gelassen.

Dirk Ströter, sportlicher Leiter der CWWN, weiß um die Stärken seiner Mannschaft: „Hier sind alle mit Leidenschaft und Freude dabei. Regelmäßiges Training mit engagierten Übungsleitern bringt irgendwann den verdienten Erfolg.“

Dazu zählt Ströter als Teambegründer auch den Beitritt 2012 zum MSV Moers. „Wir trainieren seit 2005 im Rheinpreußen-Stadion in Meerbeck. Im Zuge der Inklusion ist ein Vereinsbeitritt nun fällig gewesen.“ Seit Juni laufen die CWWN-Fußballer nun als MSV Moers Caritas-Kickers auf.

In die Mitte der Gesellschaft
Mit der aktiven Mitgliedschaft beim Moerser Traditionsverein können die Caritas-Fußballer jetzt auch am Vereinsleben teilnehmen. Ströter: „Dadurch rücken unsere Sportler ein Stück weiter in die Mitte der Gesellschaft.“ Mannschaftskapitän Dennis Wiedemann freut sich auch über den Beitritt: „Es ist gut, dass wir weiter auf Rasen trainieren können“, nennt er einen weiteren Vorteil der Zusammenarbeit. „Alle beim MSV sind freundlich zu uns.“

Der Beitritt zum Meerbecker Spielverein ist möglich geworden, weil sich die Caritas-Sportler breiter aufgestellt haben: So kamen drei neue Trainer hinzu.

Gezielt angesprochen
Frank Meiss ist Übungsleiter bei Borussia Veen und trainiert dort die E-Jugend. Über seine Frau, die viele Jahre im Kardinal-von-Galen-Haus beschäftigt war, ist er auf den Trainernotstand aufmerksam geworden und hat sich angeboten. Michael Lehmkuhl ist Gruppenleiter in der Werkstatt in Moers. Er wurde von den Spielern gezielt angesprochen, weil er in der Gruppenleitermannschaft selbst Fußball spielt. Holger Klust, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Erziehungsverein, wurde vom dortigen Bewohner Mario Bockermann gefragt, ob er nicht ebenfalls einsteigen wolle. „Da musste ich nicht lange überlegen“, sagt der ehemalige Torwart. Jetzt trainiert er speziell die Torhüter Dieter Schimmelpfennig, Uwe Trompetter und Georg Breumann – ein Luxus, den es früher bei den Caritas-Kickern nicht gab und schon Wirkung zeigt: Bei einem Turnier wurde Breumann als bester Torwart ausgezeichnet.

Coach Frank Meiss ist jeden Mittwoch auf dem Platz im Meerbecker Rheinpreußenstadion. „Es macht unheimlich Spaß, mit dem Team zu arbeiten. In der Mannschaft steckt viel Potenzial“, sagt Meiss. Weiterer Vorteil: Mehr Trainer können gezielter trainieren.

Und mit der Inklusion finden immer neue Fußballer ins Team. Aktuell 28 Aktive mit einer geistigen Behinderung verteilen sich auf zwei Mannschaften. „Die erste Mannschaft braucht Herausforderungen, die Zweite benötigt mehr Förderung“, meint Ströter. Fordern und Fördern – von jeher ein Motto im CWWN-Fußball.

Die Saison 2012 führte die Caritas Kickers zu Turnieren nach Rees, Sonsbeck, Wuppertal, Münster und Hasselt/Belgien. Höhepunkt waren die Special Olympics in München mit 5000 Athleten.

Eigener Caritas-Cup ist in Planung
„Der Sport funktioniert als Türöffner“, so Dirk Ströter. Die Fußballer engagieren sich bei der „Malocher“-Aufräumaktion im Rheinpreußen-Stadion, nahmen mit dem MSV am „Fest der Kulturen“ teil, betreiben einen Ergebnisdienst auf der MSV-Homepage und wurden schon gefilmt: Der Deutsche-Fußball-Bund besuchte die Caritas Kickers bei einem Turnier und stellte einen Video-Bericht bei DfB-de. ins Internet ein.

Für 2013 haben sich die Truppe um Ströter und Wiedemann viel vorgenommen: „In der Meisterschaft will ich mal wieder den Titel holen“ sagt der Kickers-Kapitän selbstbewusst. Ein eigener Caritas-Cup ist in Planung, um den vielen Freunden und Unterstützern zu Hause ein Turnier zu präsentieren.

Das wöchentliche Training soll noch besser an den persönlichen Bedarf des einzelnen Aktiven angepasst werden. Fordern und Fördern – bis ins Detail.

Die positive Zusammenarbeit mit dem Meerbecker Sportverein bietet auch für das neue Jahr für alle Beteiligten verheißungsvolle Perspektiven. Ein Einsatz der Caritas-Sportler in den anderen Teams des MSV Moers ist momentan ein Thema.

Auch die neuen Medien werden genutzt: Bei Facebook haben die Kickers schon eine eigene Community. So kann es auch in 2013 heißen: MSV Moers Caritas Kickers – Daumen hoch, gefällt mir! Und ganz nebenbei stellt sich auch der Erfolg bei den Kickern ein.

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Quelle: derWesten.de / NRZ

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